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ABS vs. ASA: Welches Filament für Outdoor und Technik?

·5 Min. Lesezeit

ABS kostet 20–24 €/kg, ASA 28–32 €/kg — doch für Outdoor-Teile ist ASA die klar bessere Wahl. ABS vergilbt und versprödet unter UV, ASA bleibt auch nach Jahren stabil.

ABS vs. ASA: Der entscheidende Unterschied bei Outdoor-Teilen

ABS und ASA sind chemisch verwandt — aber bei UV-Exposition zeigt sich der entscheidende Unterschied: ABS vergilbt und versprödet nach wenigen Monaten im Freien. ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylat) wurde speziell für UV-Beständigkeit entwickelt und behält seine mechanischen Eigenschaften auch nach Jahren Außeneinsatz. Wer Gartenteile, Autohalterungen, Kameragehäuse oder Außenschilder druckt, sollte direkt zu ASA greifen — die Mehrkosten gegenüber ABS betragen nur 6–10 €/kg und sind durch die wesentlich längere Lebensdauer sofort gerechtfertigt.

Kostenvergleich: ABS, ASA und PETG im Vergleich

Annahme: 100 g Druck, Bambu Lab P1S mit Einhausung (100 W, 0,17 €/h Verschleiß), 35 ct/kWh. PETG (22 €/kg, 5 h): Material 2,20 € + Strom 0,18 € + Verschleiß 0,88 € = 3,26 €. ABS (22 €/kg, 5,5 h): Material 2,20 € + Strom 0,19 € + Verschleiß 0,97 € = 3,36 €. ASA (30 €/kg, 5,5 h): Material 3,00 € + Strom 0,19 € + Verschleiß 0,97 € = 4,16 €. ASA kostet pro 100-g-Druck ca. 0,80 € mehr als PETG — dafür hält ein Outdoor-Teil aus ASA 5–10 Jahre statt 1–2 Jahre. Beim Kostenvergleich über die Lebensdauer gewinnt ASA klar. Mehr zu PETG vs. PLA im Vergleich.

Warum beide Materialien eine Einhausung brauchen

ABS und ASA teilen einen kritischen Nachteil: starkes Warping beim Abkühlen. Ohne Einhausung reißen Schichten auf, besonders bei großen Bauteilen und niedrigen Raumtemperaturen. Die Fehldruck-Rate ohne Gehäuse liegt bei ABS und ASA je nach Bauteil bei 20–40%. Mit einer 3D-Drucker-Einhausung (ca. 55 €) sinkt die Fehldruck-Rate auf 5–10%. Die Einhausung hält die Umgebungstemperatur konstant und verhindert Zugluft — der häufigste Auslöser für Layer-Separation. Der Bambu Lab P1S ist für ABS/ASA besonders gut geeignet, weil das geschlossene Gehäuse bereits integriert ist.

Optimale Druckeinstellungen für ABS und ASA

ABS-Einstellungen: Düse 230–250°C, Bett 100–110°C, Kühlung minimal oder aus, Geschwindigkeit 40–60 mm/s. ASA-Einstellungen: Düse 240–260°C, Bett 90–110°C, Kühlung aus oder minimal (5–10%), Geschwindigkeit 40–60 mm/s. Wichtig für beide: Ersten Layer langsamer (20–30 mm/s) drucken für sichere Bettadhäsion. PEI-Druckbett oder Glasplatte mit Haarspray/Pritt-Stift verbessern die Haftung deutlich. ABS klebt außerdem schlecht bei kühlem Bett — das Aufheizen auf 100°C vor dem Start ist Pflicht. ASA hat etwas geringeres Warping-Potenzial als ABS und ist daher die einsteigerfreundlichere Wahl der beiden. Die Schichthaftung von ASA ist bei richtiger Einstellung ausgezeichnet — vergleichbar mit PETG, aber mit höherer Wärmeformbeständigkeit (bis 95°C).

Wann ABS, wann ASA — und wann lieber PETG?

ABS wählen wenn: günstigere Reparaturen für Innenraumteile, bekannte Slicer-Profile vorhanden, Nachbearbeitung mit Aceton geplant (ABS lässt sich mit Aceton glätten und kleben). ASA wählen wenn: Outdoor-Einsatz (Garten, Auto, Balkon), UV-Exposition unvermeidbar, lange Lebensdauer gewünscht. PETG wählen wenn: einfachere Verarbeitung ohne Einhausung gewünscht, Lebensmittelkontakt oder transparente Teile, moderate mechanische Anforderungen ohne Hochtemperatur. ABS und ASA sind beide nicht geeignet für: Einsteiger ohne Einhausung, Bowden-Drucker ohne Direktantrieb (höhere Fehldruck-Rate), schnelle Prototypen (PETG ist einfacher). Erkunde die Kosten für dein nächstes Projekt mit dem 3D-Druck-Kostenrechner.

ASA und ABS günstig beschaffen: Empfehlungen

Beim Materialkauf gilt: Markenqualität zahlt sich bei diesen anspruchsvollen Materialien aus. Billiges ABS von No-Name-Herstellern hat oft inkonsistente Extrusion und variablen Durchmesser — das erhöht die Fehldruck-Rate und frisst die Preisersparnis auf. Empfehlenswert für ABS: eSUN ABS+ (ca. 22 €/kg), das verbesserte ABS+ hat weniger Warping-Tendenz als Standard-ABS. Für ASA: Polymaker PolyLite ASA (ca. 30 €/kg) gilt als das zuverlässigste ASA auf dem Markt mit konsistenter Qualität und exzellentem UV-Schutz. Filament trocken lagern: ABS und ASA sind weniger hygroskopisch als Nylon, aber auch hier lohnt sich trockene Lagerung im verschlossenen Behälter. Weitere Tipps zum Kostensparen im 3D-Druck findest du in unserem Ratgeber.

Fazit: ASA ist das bessere ABS für Outdoor-Teile

ABS (22 €/kg) und ASA (30 €/kg) sind beide anspruchsvolle Materialien, die eine Einhausung erfordern. Für Innenraumteile mit Hochtemperaturanforderungen (bis 100°C) ist ABS ausreichend. Für alles mit UV-Exposition im Freien ist ASA die klar bessere Wahl — die Mehrkosten von 8 €/kg rentieren sich durch die deutlich längere Lebensdauer des Bauteils. Beide Materialien erfordern mehr Erfahrung als PLA oder PETG. Einsteiger sollten zunächst PETG meistern, bevor sie zu ABS/ASA wechseln. Berechne deine individuellen Druckkosten mit dem 3D-Druck-Kostenrechner — wähle dein Filament, trage die Druckzeit ein und erhalte deinen realen Stückpreis sofort.

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